Passt St. Martin noch in unser Zeitalter?

St. Martin ohne Kirche – geht das überhaupt? Warum das Fest heute aktueller ist denn je und was es Familien wirklich lehrt.

St. Martinsfest in der heutigen Zeit

St. Martin ohne Kirche – geht das überhaupt?

Laternen, Kinderlieder, ein Pferd und ein Mann mit Mantel – so kennen wir St. Martin. Aber mal ehrlich: In einer Zeit, in der immer mehr Menschen aus der Kirche austreten, stellt sich die Frage: Brauchen wir St. Martin überhaupt noch?

Unsere Antwort: Ja! Denn St. Martin ist viel mehr als ein religiöses Fest. Es geht um Werte, die zeitlos sind – Teilen, Mitgefühl, Empathie. Und die sind im Familienalltag manchmal wichtiger als das neueste Spielzeug oder die perfekte Brotdose.

Teilen und Empathie – Familienwerte, die bleiben

Eltern wissen: Kinder hören nicht immer auf das, was wir sagen. Aber sie beobachten uns ganz genau.
👉 Wenn wir selbst großzügig sind, wenn wir freundlich über uns selbst und andere sprechen, wenn wir unsere Kinder ermutigen, sich auszuprobieren – dann lernen sie Empathie. Es fängt oft schon bei den kleinen Sätzen an, die wir selbst gar nicht bemerken. Kleines Beispiel? Wir unterhalten uns mit anderen Eltern und zack fällt ein Satz wie "boah, meine Kinder benehmen sich immer unmöglich. Ständig streiten sie". Und wie wir alle wissen: Kinder hören mehr als wir denken und auch immer das, was sie nicht hören sollen. Solche Sätze hinterlassen Spuren bei unseren Kindern. Unbewusst verinnerlichen die Kinder "Mama ist genervt von uns. Mama hat uns nur lieb, wenn wir brav sind". Reden wir freundlich über uns selbst und andere, werden unsere Kinder das automatisch übernehmen. Sie werden nett und großzügig zu sich selbst und anderen sein. 

Teilen beginnt im Kleinen:

  • Ein Geschwisterkind bekommt die letzte Apfelschnitze.
  • Mama gönnt sich selbst eine Pause (ja, auch das ist Teilen – nämlich mit sich selbst!).
  • Papa nimmt sich Zeit für eine Gute-Nacht-Geschichte, auch wenn der Tag lang war.

Es sind genau diese kleinen Momente, die Kindern zeigen: Du bist wichtig, und andere sind es auch.

Warum St. Martin mehr ist als ein Laternenumzug

Klar, für die Kleinen ist das Laternenlaufen oft das Highlight. Aber St. Martin ist kein Pflichtprogramm der Kirche – es ist ein Ritual. Und Rituale geben Kindern Sicherheit.

Sie erinnern uns daran, dass es im Alltag viele kleine Gelegenheiten gibt, ein Stück „Mantel“ zu teilen:

  • Der Nachbar braucht Hilfe beim Einkauf.
  • Die Freundin ruft an und braucht ein Ohr zum Zuhören.
  • Das eigene Kind möchte erzählen, was in der Schule los war – und wir legen das Handy beiseite.

St. Martin macht sichtbar, was eigentlich selbstverständlich sein sollte: Wir brauchen einander.

So können Familien „Teilen“ im Alltag leben

Damit St. Martin nicht nur einmal im Jahr Thema ist, hier ein paar Ideen für Zuhause:

  • Dankbarkeitsglas: Jeder legt kleine Zettel hinein, wofür er dankbar ist oder wem er geholfen hat.
  • Spielzeugspende: Gemeinsam mit den Kindern aussortieren und etwas weitergeben.
  • Abendritual: Jeder erzählt beim Abendessen, wer heute nett zu ihm war – oder wem er selbst geholfen hat.
Überlegt doch einfach gemeinsam, was für eure Familie gut passt und jeder Spaß daran hat. Es geht nicht darum das perfekte Ritual zu finden. Es geht darum, dass es zu eurer Familie passt!

Fazit: Werte bleiben, Rituale verändern sich

St. Martin mag aus einer anderen Zeit stammen, aber seine Botschaft ist aktueller denn je: Freundlich sein. Teilen. Empathie leben.

Und genau das brauchen Kinder heute. Ob mit Laterne, Mantel oder einfach mit einer offenen Haltung – St. Martin erinnert uns daran, wie wichtig es ist, füreinander da zu sein. Und auch das basteln einer Laterne ist für Kinder ein Geschenk. Denn ihr schenkt eurem Kind das wichtigste überhaupt: eure ZEIT!

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